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Merkblatt Briefe in den Knast

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Merkblatt: Briefe schreiben in den Knast

Falls ihr einer Gefangenen oder einem Gefangenen in die Haft schreiben wollte, gilt es für U-Häftlinge und Menschen in Strafhaft unterschiedliches beachten: Alle Briefe an Menschen in U-Haft werden vom zuständigen Richter bzw der zuständigen Richterin oder der Staatsanwaltschaft gelesen.

Dies hat zur Folge, dass es bis zu einem Monat dauern kann, bis der Brief den Empfänger/die Empfängerin erreicht. Wiederum könnte es bis zu einem Monat dauern bis ihr einen Antwortbrief erhaltet.

Schreibt also keine Briefe, die dem Gefangenen schaden könnten, d.h. nichts über das Strafdelikt, keine Beleidigungen gegenüber der Justizbehörde und den Richtern. In der Strafhaft werden auch hier Briefe kontrolliert, bei weitem aber nicht so intensiv und ausführlich. Die Zustellung der Briefe erfolgt schneller.

Alle eingehenden Briefe an die Gefangenen werden registriert. Auch zum Zwecke der Profilherstellung des sozialen Umfelds der Gefangenen werden die Briefe für seine oder ihre Haftakte eventuell kopiert. Der Grund dafür ist u.a. auch Entlassungsvorbereitungen gezielter zu planen und für die Justizbehörde ist somit leichter festzustellen, inwieweit feste soziale Beziehungen draußen für den Inhaftierten bzw. die Inhaftierte existieren.

Wichtig ist, dass ihr sowohl den Gefangenen in U-Haft als auch in Strafhaft Briefmarken und Briefumschläge mit zuschickt. Erkundigt euch bei der zuständigen JVA wie viele Briefmarken in eurer Briefsendung erlaubt (JVA Lichtenberg 5-10 Briefmarken) sind. Aufgrund von Erzählungen, wie teuer Briefumschläge im Knastladen sind, bitte denkt daran, wenigsten einen frankierten Umschlag in euren Brief zu stecken, damit der Kontakt erhalten bleiben kann.

Ganz wichtig mit zu bedenken ist, dass Briefe in ausländischer Sprache von einem Dolmetscher oder einer Dolmetscherin übersetzt werden, wenn der/die zuständige Richter_in bzw. Staatsanwalt oder Staatsanwältin die jeweilige Sprache nicht spricht. Diese Kosten fürs Übersetzen werden dem Gefangenen/der Gefangenen zu den Haftkosten angerechnet und sollen von ihr/ihm bezahlt werden.

Postkarten

Wenn euch das Prozedere des ‚Briefe schreiben’ in den Knast zu umständlich und unüberschaubar ist oder ihr euch unwohl damit fühlt, habt ihr immer noch die Möglichkeit bunte Postkarten in den Knast zu schicken. Dies hat den Vorteil, dass ihr zu der Gefangenen / dem Gefangenen den Kontakt behaltet, auf den Karten kein Absender vermerkt werden muss und eure Freundin/euer Freund sich über bunte Bilder für die triste Knastzelle freuen kann. Scheut euch nicht über alltägliches in den Briefen zu berichten.

Es gilt keine Unterscheidung zu machen, von ‚ihr Armen drinnen und wir haben Spaß draußen’. Schreibt über Konzerte, Partys und euren Friseurbesuch, was euer Arzt zu euch gesagt hat, welchen Ärger ihr mit eurem Chef habt etc. pp. Vermeidet Namen von Personen, von denen ihr nicht sicher seid, ob diese auch im Kontakt zum Gefangenen / zur Gefangenen stehen.

Nummeriert die Seiten eures Briefes und die Briefe an sich. Es kann sein, dass Briefe von der Anstalt angehalten werden und durch die Nummerierung wird es leichter, wenn ihr nach dem Verbleib eines Briefes forscht oder ihr euch beschweren müsst. Bestätigt euch gegenseitig den Empfang. Eingeschriebene Briefe müssen in Gegenwart des Gefangenen geöffnet werden.

Beschwerde

Ist ein Brief angehalten worden, muss dies dem Gefangenen mit Angabe von Gründen mitgeteilt werden. Teile des Briefes, auf die sich die Anhaltebegründung nicht bezieht, muss ausgehändigt werden. Angehaltene oder nicht zustellbare Briefe müssen auf Kosten der Anstalt an den Absender zurück geschickt werden. Deswegen ist die Adresse auf den Briefen auch so wichtig.

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